Deutscher Buchpreis 2021 – Die Longlist ist da!

Deutscher Buchpreis

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Es ist wieder Buchpreiszeit!

Heute wurde endlich die heiß erwartete Longlist des Deutschen Buchpreises 2021 bekanntgegeben. Unter Bookaholics werden schon vorab jedes Jahr eifrig Tipps abgegeben, wer es unter die Nominierten geschafft haben könnte, die Trefferquote ist für gewöhnlich allerdings nicht sehr hoch. Wie auch, bei der Fülle an potentiellen Kandidat:innen?

Ich selbst lag in diesem Jahr nur mit einer einzigen Vermutung richtig, nämlich Indentitti von Mithu Sanyal. Auf Drei Kameradinnen von Shida Bazyar hätte ich angesichts der zahllosen begeisterten Stimmen zu diesem Buch aber eigentlich auch kommen können, nun, da ich so darüber nachdenke. Ebenso wie auf Monika Helfer mit Vati, deren Vorgängerroman Die Bagage ich nämlich vergangenes Jahr bereits unter den Nominierten gewähnt hatte. Die große Mehrheit der nominierten Titel war – wie in jedem Jahr – jedoch schlicht unvorhersehbar.

Die Vielfältigkeit der Auswahl begeistert allerdings: Autoren und Autorinnen sind beinahe zu gleichen Teilen vertreten, etablierte Namen stehen neben neuen Stimmen, die jüngsten Nominierten sind 33 und der älteste 93, und nicht zuletzt sind Personen of Color dabei. Ein Umstand, der jüngst erst beim Preis der Leipziger Buchmesse 2021 für Unmut sorgte, weil diese unter den Nominierungen fehlten.

Einigermaßen enttäuschend ist dagegen die mächtige Überzahl altbekannter Verlage, wie S. Fischer oder Hanser, mit je gleich drei Nominierungen, oder Suhrkamp, Kiepenheuer & Witsch sowie Rowohlt. Aus der Riege der Unabhängigen haben es gerade einmal fünf Verlage auf die Longlist geschafft: Leykam, Matthes & Seitz Berlin, Schöffling & Co, Verbrecher Verlag, Wallstein. Obendrein ist überraschenderweise kein:e Schweizer Autor:in nominiert.

So geht’s weiter

03. September: Longlist-Abend 2021 – Lesungen und Gespräche mit den Nominierten

21. September: Bekanntgabe der Shortlist

18. Oktober: Preisverleihung

Links zum Thema

„Eine Quelle großer Inspiration“
Interview mit Felicitas Hoppe im DLF

„Der Himmel vor hundert Jahren“
Lesung mit Yulia Marfutova bei 1 LIVE Stories

„Blaue Frau“
Besprechung von Antje Rávic Strubels Roman in der SWR2 Buchkritik

„Drei Kameradinnen“
Shida Bayzar im Gespräch mit Denis Scheck

„Die bestehende Ordnung der Dinge stören“
Beitrag von Sasha Marianna Salzmann über ihre eigene Rolle im Literaturbetrieb im DLF

„Besichtigung eines Unglücks“
Besprechung von Gert Loschütz‘ Roman bei MDR Kultur

„Zandschower Klinken“
Thomas Kunst im Gespräch mit Carsten Otte

„Der Bruder als Leerstelle“
Besprechung von Georges-Arthur Goldschmidts Roman bei DLF Kultur

Die Jury freut sich, mit der Longlist eine Auswahl getroffen zu haben, die das erzählerische Experiment ebenso würdigt wie den realistischen Roman, das Komische wie das Surreale. Diese 20 Bücher nehmen Herkunft und Geschichte ebenso in den Blick wie zentrale Fragen der Gegenwart.

(Jurysprecher Knut Cordsen, Kulturredakteur beim Bayerischen Rundfunk)

Die nominierten Romane

Deutscher Buchpreis 2021

Die Longlist weckt Leselust

Die Longlist weckt bei mir alljährlich eine enorme Leselust und jedes Mal würde ich am liebsten umgehend eine Großbestellung Bücher aufgeben! Sich einmal quer durch die gesamt Liste lesen zu wollen, wäre jedoch ein unmäßig ambitioniertes Vorhaben und daher picke ich mir immer nur ein paar wenige Favoriten heraus. Sollte ich eine persönliche Top 3 der nominierten Romane 2021 aufstellen, die ich unbedingt lesen möchte, so wären das in jedem Fall jene von Yulia Marfutova, Antje Rávic Strubel und Felicitas Hoppe. Nicht minder reizen mich allerdings beispielsweise Zandschower Klinken oder Der versperrte Weg, sowie natürlich Drei Kameradinnen und nicht zuletzt Im Menschen muss alles herrlich sein. Tatsächlich aber werde ich zu allererst zu Indentitti greifen, das sich bereits seit einem halben Jahr auf meinem Nachttisch im Wartemodus befindet…

Deutscher Buchpreis 2021
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