Frankfurter Buchmesse 2019

Kein & Aber Verlag

Eigentlich hatte ich aus verschiedenen Gründen gar nicht vorgehabt zur diesjährigen Buchmesse nach Frankfurt zu fahren. Aber dann stand ich auf einmal im Finale für den Buchblog-Award 2019 und so nahm ich kurzerhand einen Tag Urlaub, organisierte flugs eine Zugfahrt und mit etwas Mühe ein (bezahlbares) Hotelzimmer. Keine vier Wochen später saß ich inmitten der anderen Finalisten und Finalistinnen in der Agora bei der Preisverleihung.

Der Buchblog-Award 2019

Auch in diesem Jahr wieder suchten NetGalley Deutschland und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die besten deutschsprachigen Buchblogs. Der Award wurde in vier Kategorien vergeben: Bester Buchblog, Bester Newcomer-Blog, Bester Verlagsblog und Bester Buchhandlungsblog.

In einer ersten Phase konnten Leser und Leserinnen ihre Lieblingsblogs für den Buchblog-Award 2019 nominieren und sie so ins Rennen schicken. Es war aber genauso möglich, sich selbst aufzustellen. Da in den Kategorien Bester Verlagsblog und Bester Buchhandlungsblog allein die Stimmen aus dem öffentlichen Voting zählten, standen hier die SiegerInnen mit Ablauf der Nominierungsphase automatisch fest, wurden aber noch nicht bekanntgegeben. In den Kategorien Bester Buchblog und Bester Newcomer hingegen erreichten die jeweils 10 Blogs (aus insgesamt 652!) mit den meisten Stimmen eine Finalrunde, in der eine fünfköpfige Jury die GewinnerInnen kürte. Zur diesjährigen Jury gehörten:

Antonia Baum, freie Autorin und Journalistin bei der ZEIT
Carolin Wolf, Inhaberin der Buchhandlung Carolin Wolf in Bruchsal
Jo Lendle, Verleger beim Hanser Verlag
Tina Lurz, Mitgründerin der PR- und Social Media Agentur ehrlich & anders
Torsten Woywod, Online-PR und Social Media Manager beim Dumont Verlag

Die Bekanntgabe aller Gewinner und Gewinnerinnen fand schließlich am 18. Oktober im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels ist die Interessenvertretung der deutschen Buchbranche gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Er ist der Veranstalter der Frankfurter Buchmesse, vergibt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie den Deutschen Buchpreis.

NetGalley ist ein Rezensionsdienstleister, der seit 2016 auch auf dem deutschen Buchmarkt vertreten ist und sich seitdem zu einer wichtigen Marketing- und Werbeplattform für Verlage und Autoren entwickelt hat. Professionelle Leser und Leserinnen – also BloggerInnen, BuchkritikerInnen, BuchhändlerInnen, JournalistInnen etc. – erhalten auf Anfrage digitale Leseexemplare neuer oder noch unveröffentlichter Titel zur Rezension.

Der Tag X

Der Plan sah eigentlich Folgendes vor: am Vorabend zeitig ins Bett gehen und am nächsten Morgen trotz aller Herrgottsfrühe erfrischt erwachen und voller Energie und Enthusiasmus Richtung Frankfurt aufbrechen. Die Realität aber hatte anderes mit mir vor und ließ mich bis nach Mitternacht an einem dringenden Korrekturauftrag arbeiten, so dass ich es nicht vor ein Uhr ins Bett schaffte und nach mickrigen vier Stunden Schlaf ziemlich knittrig aus dem Bett kroch. Bis ich im Zug saß, war ich bereits zu wach, um noch einmal einschlafen zu können, obwohl sich das natürlich angeboten hätte.

In Frankfurt angekommen, schwand das bisschen Zeit bis zur Preisverleihung rasant dahin und obschon ich mir nur wenig Chancen ausrechnete, wurde ich ziemlich hibbelig – keine Spur mehr von Müdigkeit. Allein die Tatsache, dass ich es in der Kategorie Newcomer unter die 10 Blogs mit den meisten Stimmen geschafft hatte, war für mich eine vollkommene Überraschung gewesen, sollte ich jetzt auch noch gewinnen, wäre das endgültig verrückt! Aber natürlich hatte ich sämtliche MitstreiterInnen genaustens unter die Lupe genommen und mindestens die Hälfte als ernstzunehmende Konkurrenz eingestuft – alles hervorragende Blogs, die nach meinem Dafürhalten einen Sieg verdient hätten. Wieso also ausgerechnet ich?

Als schließlich der Zeitpunkt der Bekanntgabe der PreisträgerInnen kam, war ich so aufgeregt, wie man in einem solchen Moment nur sein kann und zugleich vollkommen entspannt. Irrwitziger Weise nämlich war ich überzeugt, dass mein Name niemals fallen würde. Zu dieser finalen Überzeugung war ich gelangt, als die Jury in ihrem Gespräch mit der Moderatorin Sarah Reul all die Punkte nannte, auf die sie Wert gelegt hatte. Gefühlt traf nichts davon (so wirklich) auf mich bzw. meinen Blog zu und so fieberte ich quasi nur noch für meine heimlichen Favoriten mit. Als auf der Bühne dann plötzlich mein Name genannt wurde, brauchte mein Gehirn einen Wimpernschlag lang, um das zu verarbeiten. Das endgültig verrückte Ereignis war eingetreten!

Im Freudentaumel bekam ich leider nicht wirklich mit, wie die Jury ihre Entscheidung begründete, aber zum Glück konnte ich das später auf der Internetseite des Bubla noch einmal nachlesen:

Die lesende Käthe hat die Jury begeistert. Optisch sehr ansprechend und kreativ aufbereitet, bietet der Blog nicht nur Rezensionen auf hohem Niveau, sondern auch Beiträge über das Thema Literatur hinaus und verfolgt dabei eine deutlich erkennbare Linie. Mit ihren klar aufgeteilten und aussagekräftigen Buchbesprechungen animiert Katharina Severa bereits als Newcomerin erfolgreich zum Lesen, was die hohe Interaktion auf ihren Kanälen beweist. Katharina Severa verbindet Blog und Instagram-Kanal auf sinnvolle Art und Weise, um ihren Leser*innen und Follower*innen sowohl hochwertige und abwechslungsreiche Inhalte als auch direkten Austausch zu bieten. Das verdient eine Auszeichnung!

Neuer Lesestoff, eine kleine Auszeit und ein Fünkchen Ruhm

Ein Preis wäre natürlich kein richtiger Preis, gäbe es außer einem feuchten Händedruck nicht auch etwas zu gewinnen. Und ich darf mich sogar gleich dreifach freuen, nämlich über einen Bücherscheck in Höhe von 100 EUR, einen Aufenthalt inkl. Candle-Light-Dinner im Gutshotel Groß Breesen (mit über 500.000 im Haus verteilten Büchern!) sowie ein Porträt auf der Online-Präsenz des Börsenblatts, einem der wichtigsten Magazine der Buchbranche (erscheint im November).

Wer mich ins Hotel begleiten darf, steht übrigens noch nicht fest. Aussagekräftige Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden.

Hipp, Hipp, Hurra!

Da geteilte Freude bekanntermaßen doppelte Freude ist, an dieser Stelle abermals allerherzlichste Glückwünsche an meine MitgewinnerInnen des Bubla 2019:

  • Bester Buchblog: Nicole Seifert (sie ist übrigens auch Übersetzerin) mit ihrem Blog Nacht und Tag
  • Bester Buchhandlungsblog: Die Buchhandlung Jakob aus Nürnberg mit ihrem Instagram-Kanal @bookupwithjakob
  • Bester Verlagsblog: Der Verlag Red Bug Culture mit seinem gleichnamigen Blog

Was danach geschah & ein Wörtchen zum Samstag

Nach der Preisverleihung war das Hallo natürlich groß, es wurden Fotos gemacht, eine Menge Hände geschüttelt und Glückwünsche entgegengenommen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass diese ganzen Momente in meiner Erinnerung unscharf ineinander überfließen und ich mich kaum mehr daran erinnern kann, mit wem ich alles gesprochen habe. Konturen bekommen die Ereignisse erst wieder mit der Kartoffelsuppe aus dem Pappteller, die es zur Feier des Tages gab, denn gewinnen macht unerwartet hungrig. Nach der Suppe stromerte ich mit einer Freundin noch ein wenig über das Messegelände, guckte mir den Norwegischen Pavillon an (ich sage es ungern, aber der war ziemlich unspektakulär) und machte mich dann auf zu einer Veranstaltung der Büchergilde (dazu in ein paar Tagen mehr auf meinem Instagram-Kanal).

Geschiebe und Gedränge

Eigentlich hatte ich vorgehabt, den zweiten Messetag zu nutzen, um nach Neuerscheinungen Ausschau zu halten und die eine oder andere Veranstaltung zu besuchen. Der Samstag entpuppte sich im Vergleich zum Vortag aber leider als ziemlich zermürbende Angelegenheit – ein einziges Geschiebe und Gedränge, und keine wirkliche Möglichkeit, sich mal in einem ruhigen Winkel niederzulassen. Gegen Nachmittag hatte ich die Nase daher eigentlich schon voll und wäre am liebsten gegangen, aber die Aussicht, bis zur Abfahrt des Zuges mit Sack und Pack beladen die Zeit in der Stadt totzuschlagen, war auch nicht verlockend, also blieb ich. Allerdings nicht, ohne den Entschluss zu fassen, Buchmessen samstags künftig besser zu meiden…

Gimme! Gimme! Gimme!

Gestalten Verlag

Die Buchmesse ist natürlich dazu da, um Bücher zu entdecken, die man vorher noch nicht kannte oder um sich wieder derer zu entsinnen, über die man die letzten Wochen bereits gestolpert ist und von denen man sich spätestens jetzt ganz fest vornimmt, sie aber wirklich bald zu lesen. (Beziehungsweise wird man auf leicht beklemmende Weise an den schwankenden Turm ungelesener Bücher zu Hause erinnert, was mit etwas Übung aber galant ausgeblendet werden kann.) Und so versteht es sich von selbst, dass meine Liste auch diesmal um einige Titel gewachsen ist, wenngleich um ein vergleichsweise bescheidenes Maß. Das erklärt sich damit, dass ich nur einen Tag Zeit zum Stöbern hatte und also nur einen Bruchteil der Austeller sehen konnte. Vor allem jedoch nahm mir die Menschenflut ein wenig die Lust am Geschehen und ich war mit weniger Feuereifer dabei als sonst.

Taschen Verlag

Auf diese Bücher aber bin ich unter anderem aufmerksam geworden:

Agnar Mykle: Das Lied vom roten Rubin
Hédi Fried: Fragen, die mir zum Holocaust gestellt werden
Helga Bürster: Luzies Erbe
Horst Krüger: Das zerbrochene Haus
Martyna Bunda: Das Glück der kalten Jahre
Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter
Peter Keglevic: Wolfsegg

Was ich davon letztlich lesen werde und vor allem wann, bleibt wie immer abzuwarten… Aber ihr werdet es hier oder auf meinem Instagram-Kanal @dielesendekaethe mitbekommen.

Noch einmal Danke!

Zum Schluss möchte ich noch einmal ganz ausdrücklich Danke sagen an alle, die für mich abgestimmt und mich so ins Finale katapultiert haben. Es so weit zu schaffen, war schon verrückt genug. Niemals – ich weiß ich wiederhole mich –, wirklich niemals hätte ich damit gerechnet, den Award am Ende wirklich zu gewinnen. Dieser Preis ist eine Bestätigung aller Mühen, die ich im ersten Jahr meines kleinen Literaturblogs investiert habe und zeigt mir, dass ich auf einem vielversprechenden Weg bin. Ich hoffe, ihr begleitet mich auf diesem weiter!


Wer neu auf diesem Blog ist und ein bisschen mehr über mich erfahren möchte, der kann ja mal hier gucken.